Von der Brust auf die Flasche umstellen – So gelingt es Schritt für Schritt!

Der Wechsel von der Brust zur Flasche gelingt am besten schrittweise, mit etwas Geduld und ganz ohne Zeitdruck. In diesem Artikel erfährst du, wie du Still- und Flaschenmahlzeiten sanft miteinander kombinierst und wie du den Übergang für dich und dein Baby besonders entspannt gestaltest.
vom stillen auf flaschennahrung umstellen

Veröffentlicht am: 20 07 2026

Die Umstellung von der Brust auf die Flasche gelingt am besten schrittweise und ohne Zeitdruck, indem du nach und nach einzelne Stillmahlzeiten reduzierst und durch ein Fläschchen ersetzt. Für viele Eltern ist dieser Wechsel ein aufregender Schritt. Vielleicht kehrst du bald an deinen Arbeitsplatz zurück, möchtest die Fütterungszeiten mit deinem Partner teilen oder wünschst dir schlichtweg etwas mehr zeitliche Flexibilität. Was auch immer deine Beweggründe sind: Der Übergang von Muttermilch zu Pre-Nahrung oder abgepumpter Milch muss keineswegs stressig verlaufen. In diesem Artikel erklären wir dir anhand von praktischen Tipps, wie du die Umstellung gelassen angehst, was du erwarten kannst und wie du dein Baby umgewöhnst.

Warum entscheiden sich Eltern für den Wechsel?

Es gibt viele individuelle Gründe, warum Eltern sich mit dem Thema Stillen oder Flasche beschäftigen. Beim Vergleich fragen sich viele Mütter besorgt: Was ist anstrengender – stillen oder Flasche füttern? Die Antwort darauf hängt stark von den eigenen Sichtweise und Bedürfnissen ab und ist daher nicht allgemeingültig zu beantworten.

Die Wahrheit ist: Beides hat Vor- und Nachteile. Welche schwerer wiegen, oder für dich relevant sind, entscheidest du. Während das Stillen ständige Verfügbarkeit und anfangs etwas körperliche Anpassung erfordert, bringt das Fläschchen Zubereitung und Abwasch mit sich. Du musst dich aber nicht zwingend für ein Entweder-oder entscheiden. Viele Mamas fragen sich zurecht: Kann man stillen und die Flasche geben? Ja, das geht wunderbar! Das Kombinieren (auch Zwiemilch-Ernährung genannt) nimmt Druck heraus und passt sich flexibel eurem Alltag an.

Wann sollte man von der Brust auf die Flasche umstellen?

Den idealen Zeitpunkt bestimmst allein du. Hierfür gibt es keine festen Regeln. Jedoch gibt es dazu einige Ratschläge, die du beachten solltest.

  • Stillen und Flasche kombinieren: Ab wann ist das am besten? Fachleute empfehlen meist, die ersten 4 bis 6 Wochen abzuwarten, bis sich das Stillen und die Milchproduktion gut eingespielt haben.
  • Von Beginn an: Möchtest du Stillen und Flasche von Anfang an kombinieren, ist auch das möglich. Es erfordert allerdings etwas mehr Aufmerksamkeit bei der Wahl des Saugers, um eine Saugverwirrung zu vermeiden. Beachte dabei außerdem, dass das Kolostrum ( hochkonzentrierte gelbliche Milch bis zu einer Woche nach der Geburt) eine sehr wichtige Rolle beim Aufbau des Immunsystems spielt, da sie wichtige Nährstoffe und Antikörper enthält. Es ist sehr zu empfehlen, dein Baby diese Milch trinken zu lassen.
  • Bei einem älteren Baby: Möchtest du von Stillen auf Flasche umstellen mit 1 Jahr, gelingt dieser Übergang oft schon fließend über einen Becher oder eine Trinklernflasche, da das Kind in diesem Alter bereits feste Beikost isst.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Wie stelle ich am besten vom Stillen auf Flasche um?

Du fragst dich vielleicht: Kann ich eine Stillmahlzeit durch eine Flasche ersetzen? Ja, genau das ist der sanfteste Weg!

1. Einen entspannten Moment wählen

Starte den Versuch in einer ruhigen Umgebung und ohne Zeitdruck. Babys spüren Hektik sofort, was das Trinken erschweren kann.

2. Eine Stillmahlzeit ersetzen

Wenn du deinem Baby die Flasche geben statt stillen möchtest, ersetze zunächst nur eine einzige Mahlzeit am Tag (z. B. die zweite Tagesmahlzeit). Gib deinem Baby und deinem Körper einige Tage Zeit, sich daran zu gewöhnen, bevor du eine weitere Mahlzeit streichst.

3. Den Partner einbinden

Babys riechen die Muttermilch bei der Mama. Wenn du versuchst, die Flasche zu geben, verlangt das Kleine oft protestierend nach der Brust. Lass am Anfang deinen Partner die Flasche reichen, während du nicht im Raum bist. Auch wenn du deinem Baby nachts Flasche geben statt stillen möchtest, ist das eine tolle Möglichkeit für den Partner, eine engere Bindung aufzubauen.

4. Den richtigen Sauger wählen

Nutze einen Sauger aus weichem Silikon mit kleiner Lochgröße, dessen Form der mütterlichen Brustwarze nachempfunden ist. Das erleichtert die Akzeptanz.

5. Das Angebot langsam ausweiten

Sobald die erste Flaschenmahlzeit problemlos klappt, kannst du nach und nach weitere Mahlzeiten ersetzen. So gelingt das Umstellen von Stillen auf Flasche  sanft und schmerzfrei.

Wie gewöhne ich ein Stillkind an eine Flasche, wenn es sie verweigert?

Es ist völlig normal, dass dein Baby das Fläschchen am Anfang ablehnt. Hier helfen folgende Kniffe:

  • Wärme nutzen: Erwärme den Sauger unter warmem Wasser, damit er sich im Mund vertrauter anfühlt.
  • Milchtemperatur prüfen: Vergewissere dich, dass die Milch angenehm körperwarm ist.
  • Ausprobieren: Teste verschiedene Saugerformen und Materialien (Silikon vs. Latex).
  • Druck herausnehmen: Biete die Flasche spielerisch an, bevor der große Hunger kommt.

Milchmenge beim Füttern richtig berechnen

Wenn du die Flaschennahrung anmischst, dient folgende Faustformel als Richtwert für die Tagesmenge an Milch (Pre-Nahrung oder Muttermilch):

Formel:

150 ml Milch x Körpergewicht in kg = Tagesbedarf in ml

Beispiel: Wiegt dein Baby 4 kg, benötigt es ca. 600 ml Milch pro Tag (4 x 150 ml). Verteilst du dies auf 5 Mahlzeiten, entspricht das 120 ml pro Fläschchen. Ersetzt du also eine Stillmahlzeit, bietest du in diesem Fall 120 ml an.

Körperliche Anpassung: So schützt du deine Brüste beim Abstillen

Nicht nur dein Baby muss sich umstellen, auch dein Körper reduziert die Milchmenge erst nach und nach. Ein zu schnelles Abstillen kann zu schmerzhaftem Milchstau oder einer Brustentzündung führen.

  • Druck ausstreichen: Wenn deine Brust spannt, streiche vorsichtig etwas Milch per Hand aus oder pumpe nur so viel ab, bis der unangenehme Druck nachlässt (nicht die Brust komplett leeren, da dies die Produktion erneut anregt!).
  • Kühlen: Lege nach dem Ausstreichen kühle Kompressen auf die Brust.
  • Stilleinlagen nutzen: Da die Brust in der Übergangsphase unkontrolliert auslaufen kann, schützen Stilleinlagen deine Kleidung.

Umstellung auf die Flasche: Welcher Weg ist der richtige für dich?

Gehe die Umstellung ganz in eurem eigenen Tempo an. Egal, ob du dein Kind komplett abstillen oder langfristig stillen und Flasche kombinieren möchtest – das Wohlbefinden von dir und deinem Baby steht an erster Stelle.

Möchtest du die Umstellung sanft unterstützen? Wir bei Vulpes Goods bieten dir praktische Helfer wie sanfte Milchpumpen und Brustmassagegeräte zur Linderung von Spannungsgefühlen. Bei Fragen zu unseren Produkten stehen wir dir jederzeit beratend zur Seite!

author profile picture

Geschreven door:

Nicky School - Opheij

Mutter & Stillberaterin

Mutter und erfahrene Stillberaterin – ich weiß, wie wichtig Vertrauen und Komfort beim Stillen und Abpumpen sind. Mit meiner Erfahrung teile ich Tipps und Einblicke in Blogbeiträgen für Vulpes Goods. Kann ich Ihnen weiterhelfen?

Meer over Nicky School - Opheij
Sfeerfoto author