Mehr Muttermilch produzieren

Manchmal haben Mütter das Gefühl, dass ihre Milchmenge nicht ausreicht. Dafür kann es verschiedene Gründe geben: Vielleicht legst du dein Baby noch nicht häufig genug an, es gibt zu wenig Hautkontakt oder die Ausschüttung des Hormons Oxytocin kommt nicht richtig in Gang. Die gute Nachricht ist, dass sich die Milchproduktion in vielen Fällen gezielt anregen lässt. Häufigeres Stillen, intensiver Hautkontakt und eine bewusste Förderung der Oxytocinausschüttung können helfen, deine Milchmenge zu steigern. Wenn du noch mehr Unterstützung suchst, findest du in diesem Blog weitere hilfreiche Tipps und praktische Empfehlungen.
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Das Wichtigste zur Muttermilchproduktion auf einen Blick

  • Eine verringerte Milchmenge bei Müttern kann entstehen, wenn du zu selten stillst, unter starkem Stress stehst oder der Hautkontakt mit deinem Baby zu kurz kommt.
  • Hinweise auf eine geringe Milchproduktion sind unter anderem wenige nasse Windeln oder eine langsame Gewichtszunahme deines Babys.
  • Häufigeres Anlegen, zusätzliches Abpumpen, bewusste Entspannung und gute Selbstfürsorge können helfen, deine Milchproduktion wieder anzuregen.

Wie dein Körper Muttermilch bildet und freigibt

In deiner Brust liegen die Milchdrüsen, die für die Bildung der Muttermilch verantwortlich sind. Von dort gelangt die Milch über feine Milchgänge zur Brustwarze. Sobald dein Baby zu saugen beginnt, werden zwei entscheidende Hormone aktiviert: Prolaktin regt die Bildung neuer Milch an, während Oxytocin den Milchspendereflex auslöst und dafür sorgt, dass die Milch fließt. Sind diese Hormone nicht ausreichend aktiv, etwa durch Stress oder zu seltenes Anlegen, kann die Milchproduktion ins Stocken geraten. Grundsätzlich arbeitet dein Körper jedoch nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage: Je häufiger dein Baby trinkt, desto mehr Milch wird produziert.

Woran du erkennst, ob dein Baby genug Milch bekommt

Beim Stillen kannst du die getrunkene Menge zwar nicht exakt messen, doch es gibt klare Anzeichen, die dir Sicherheit geben. Besonders wichtig sind die Anzahl der nassen Windeln, eine regelmäßige Gewichtszunahme und die gesunde Entwicklung deines Babys. Wirkt dein Baby nach dem Stillen zufrieden und nimmt kontinuierlich zu, ist das meist ein gutes Zeichen. Werden jedoch nur wenige Windeln nass, stagniert das Gewicht oder wirkt dein Baby häufig unruhig und hungrig, kann das auf eine zu geringe Milchaufnahme hindeuten. Auch der Stillrhythmus von etwa alle zwei bis drei Stunden in den ersten Wochen ist ein wichtiger Orientierungspunkt.

Warum eine ausreichende Milchproduktion so wichtig ist

Wenn du bemerkst, dass dein Baby nur wenige nasse Windeln hat, kaum an Gewicht zunimmt oder insgesamt nicht richtig gedeiht, solltest du genauer hinschauen. Eine ausreichende Milchmenge ist entscheidend für die gesunde Entwicklung, das Wachstum und das Wohlbefinden deines Babys. Muttermilch versorgt dein Kind nicht nur mit allen wichtigen Nährstoffen, sondern stärkt auch das Immunsystem, unterstützt die Hirnentwicklung und fördert eine gesunde Gewichtszunahme. Bekommt dein Baby dauerhaft zu wenig Milch, kann das langfristig Auswirkungen auf Energie, Entwicklung und Abwehrkräfte haben. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig zu reagieren und deine Milchproduktion bei Bedarf gezielt zu unterstützen.

Warum will mein Baby plötzlich ständig trinken?

In bestimmten Phasen, zum Beispiel während eines Wachstumsschubs, möchte dein Baby deutlich häufiger trinken. Dieses sogenannte Clusterfeeding (mehrere Stillmahlzeiten dicht hintereinander) ist völlig normal und bedeutet nicht automatisch, dass du zu wenig Milch hast.

Im Gegenteil: Durch das häufige Anlegen signalisiert dein Baby deinem Körper, mehr Milch zu produzieren. Diese Phase dauert meist nur wenige Tage und reguliert sich von selbst. Gerade in solchen Momenten ist es wichtig, ruhig zu bleiben und nach Bedarf zu stillen.

Wie lange dauert es, bis sich die Produktion der Muttermilch erhöht?

In den meisten Fällen reagiert dein Körper innerhalb von 24 bis 72 Stunden auf häufigeres Anlegen oder zusätzliches Abpumpen der Muttermilch. Da die Milchbildung nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage funktioniert, braucht dein Körper etwas Zeit, um sich auf den erhöhten Bedarf einzustellen. Wichtig ist, in dieser Phase konsequent zu bleiben und regelmäßig zu stillen oder abzupumpen. Stress und Druck können den Prozess verlangsamen, während Ruhe und Hautkontakt die Anpassung unterstützen.

Mögliche Gründe für eine verringerte Milchproduktion

Eine verminderte Milchproduktion kann unterschiedliche Ursachen haben, oft spielen mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle. Ein häufiger Grund ist, dass dein Baby nicht effektiv saugt. Das kann zum Beispiel an einem verkürzten Zungenbändchen, einer ungünstigen Anlegetechnik oder einer schwachen Saugkraft liegen. Wird die Brust nicht ausreichend entleert, erhält dein Körper das Signal, weniger Milch zu produzieren. Auch zu seltenes Stillen kann die Milchmenge reduzieren. Da die Milchbildung nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage funktioniert, führt eine geringe Nachfrage automatisch zu einer geringeren Produktion. Ein weiterer wichtiger Faktor ist Stress. Bei anhaltender Anspannung schüttet dein Körper vermehrt Cortisol aus. Dieses Stresshormon kann die Wirkung von Oxytocin hemmen, jenem Hormon, das für den Milchfluss verantwortlich ist. Die Folge: Die Milch fließt schlechter, und langfristig kann auch die Produktion sinken. Zusätzlich können hormonelle Schwankungen, Erschöpfung oder gesundheitliche Faktoren eine Rolle spielen. Deshalb lohnt es sich, bei anhaltenden Schwierigkeiten genauer hinzusehen und gegebenenfalls fachlichen Rat einzuholen.

Muttermilchproduktion steigern: Bewährte Tipps für mehr Milch

Hast du das Gefühl, dass dein Baby nicht genug trinkt? Dann kannst du aktiv etwas tun, um deine Milchproduktion zu unterstützen und zu erhöhen. Entscheidend ist, dass deine Brust regelmäßig und möglichst vollständig entleert wird, nur so bekommt dein Körper das Signal, weiterhin ausreichend Milch zu bilden.

1. Sorge für Entspannung

Suche dir einen ruhigen Ort zum Stillen. Weniger Stress bedeutet weniger Cortisol und das wirkt sich positiv auf den Milchfluss aus. Eine bequeme Stillposition, zum Beispiel mit einem Stillkissen, hilft dir zusätzlich, locker zu bleiben.

2. Stille häufiger

Je öfter dein Baby trinkt, desto stärker wird die Muttermilchbildung angeregt. Stille nach Bedarf und lege dein Baby auch bei frühen Hungerzeichen an. Alternativ kannst du zusätzlich Muttermilch abpumpen, um die Produktion zu steigern, viele Frauen haben morgens besonders viel Milch.

3. Beide Brüste anbieten

Lass dein Baby möglichst an beiden Brüsten trinken. So werden beide Seiten stimuliert und zur Milchproduktion angeregt. Wechsle regelmäßig die Startseite, damit beide Brüste gleichmäßig aktiviert werden.

4. Achte auf aktives Trinken

Solange dein Baby hörbar schluckt, darf es trinken. Wenn es nur noch nuckelt, kannst du die Seite wechseln. So stellst du sicher, dass es effektiv trinkt und deine Brust gut entleert wird.

5. Zusätzlich abpumpen

Abpumpen nach dem Stillen oder zwischen den Mahlzeiten kann die Produktion deutlich steigern. Besonders effektiv ist das beidseitige (doppelte) Abpumpen, da es deinem Körper ein stärkeres Signal zur Milchbildung sendet.

6. Brustmassage und Wärme nutzen

Wärme und sanfte Massage können den Milchfluss fördern. Spezielle Brustmassagegeräte mit Wärme- und Vibrationsfunktion unterstützen das Abpumpen und helfen, die Brust besser zu entleeren.

7. Achte auf dich selbst

Dein Wohlbefinden spielt eine große Rolle. Ausreichend Ruhe, regelmäßige Mahlzeiten und kleine Auszeiten wirken sich positiv auf deine Hormone und damit auf die Milchproduktion aus. Eine entspannte Mutter erleichtert oft auch dem Baby das Trinken.

Wie kannst du deine Milchproduktion durch Abpumpen steigern?

Du kannst deine Milchproduktion erhöhen, indem du nach dem Stillen zusätzlich abpumpst, denn so erhält dein Körper das Signal, dass mehr Milch benötigt wird. Auch kleine abgepumpte Mengen sind dabei wirksam, da vor allem die Stimulation der Brust entscheidend ist. Besonders effektiv ist das beidseitige (doppelte) Abpumpen, weil beide Brüste gleichzeitig angeregt werden und der Milchspendereflex stärker aktiviert wird. Milchpumpen mit anpassbarem Stimulationsrhythmus können zusätzlich helfen, da sie das natürliche Saugverhalten deines Babys nachahmen und so die Muttermilchbildung unterstützen.

Kann man mit bestimmten Lebensmitteln die Milchproduktion steigern?

Für spezielle Lebensmittel oder Kräuter, die die Milchproduktion nachweislich direkt erhöhen, gibt es bislang keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege. Dennoch berichten viele Mütter, dass ihnen warme Getränke wie Stilltee oder Brühe guttun. Der positive Effekt hängt meist weniger mit dem Getränk selbst zusammen, sondern vielmehr mit der Entspannung, die dadurch entsteht. Wenn du zur Ruhe kommst, kann sich der Milchspendereflex leichter auslösen und das unterstützt indirekt auch die Muttermilchbildung. Viel wichtiger als einzelne Lebensmittel ist eine ausgewogene, regelmäßige Ernährung und ausreichend Flüssigkeit.

Was tun, wenn das Stillen trotz aller Tipps nicht gelingt?

Wenn du mehrere Maßnahmen ausprobiert hast und deine Milchproduktion weiterhin gering bleibt, solltest du dir Unterstützung holen. Eine Stillberaterin, deine Hebamme oder dein Hausarzt können mögliche Ursachen genauer prüfen und individuelle Lösungen mit dir besprechen. Vorübergehend kann es sinnvoll sein, dein Baby mit Flaschennahrung zu füttern, um sicherzustellen, dass es ausreichend Nährstoffe erhält. Das ist kein Versagen, sondern eine verantwortungsvolle Entscheidung für die Gesundheit deines Kindes.

Mit Geduld und Unterstützung die Muttermilchproduktion steigern

Stillen ist für viele Mütter neu und manchmal herausfordernd, besonders, wenn Müdigkeit, Unsicherheit oder Druck dazukommen. Mit Geduld, häufigem Anlegen und gegebenenfalls zusätzlichem Abpumpen, zum Beispiel morgens, wenn oft mehr Muttermilch vorhanden ist, kannst du deine Produktion aktiv unterstützen. Achte dabei gut auf dein eigenes Wohlbefinden und scheue dich nicht, fachliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn du unsicher bist.

Bei Vulpes Goods findest du unterstützende Produkte wie Brustmassagegeräte, Stillkissen und Milchpumpen, die dich beim Stillen begleiten können. Wenn du Fragen hast oder unsicher bist, welches Produkt zu dir passt, kannst du dich jederzeit beraten lassen, damit du und dein Baby bestmöglich unterstützt werdet.

Häufig gestellte Fragen

Was kann ich tun, um mehr Muttermilch zu produzieren?

Stille dein Baby häufig und nach Bedarf, damit deine Brust regelmäßig entleert wird. Zusätzliches Abpumpen, viel Hautkontakt und möglichst wenig Stress unterstützen die Milchbildung. Auch ausreichend Schlaf, Flüssigkeit und eine ausgewogene Ernährung helfen deinem Körper, optimal Milch zu produzieren.

Wie viel Muttermilch produziert eine Frau am Tag?

In den ersten Wochen steigert sich die Menge schrittweise. Nach etwa vier bis sechs Wochen produzieren viele Frauen durchschnittlich 700 bis 1.000 ml Muttermilch pro Tag. Dies ist aber auch abhängig davon, wie oft und effektiv das Baby trinkt.

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Geschreven door:

Nicky School - Opheij

Mutter & Stillberaterin

Mutter und erfahrene Stillberaterin – ich weiß, wie wichtig Vertrauen und Komfort beim Stillen und Abpumpen sind. Mit meiner Erfahrung teile ich Tipps und Einblicke in Blogbeiträgen für Vulpes Goods. Kann ich Ihnen weiterhelfen?

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